Rathauszeitung vom 26.8.2025 +++ Smart City sieht anders aus

Rathauszeitung vom 26.8.2025 +++ Smart City sieht anders aus

Smart City sieht anders aus!

 

Die Sanierung der Eisenbahnstraße in Euren war längst überfällig – umso unverständlicher ist, dass dabei keinerlei Vorsorge für den anstehenden Glasfaserausbau getroffen wurde. Weder Leerrohre noch Hausanschlüsse wurden berücksichtigt. Das bedeutet: Kaum ist der neue Asphalt aufgebracht, müsste er bald wieder aufgerissen werden, um die von vielen Bürgerinnen und Bürgern ersehnte Glasfaserinfrastruktur zu verlegen. Vorausgesetzt sie stimmen einer Vereinbarung mit einem Telekommunikationsunternehmen zu und dieses sorgt für den Ausbau. Verstehen Sie mich nicht falsch: Es ist gut, dass Straßensanierungen durchgeführt werden, wie derzeit auch in Filsch. Dort werden einige Straßendecken erneuert. Fast gleichzeitig kündigte aber die „Deutsche Glasfaser“ den Ausbau von Glasfaseranschlüssen in Filsch, Irsch und Tarforst an. Es bleibt also zu befürchten, dass beim Bau der Anschlüsse die Teerdecke teilweise wieder aufgebrochen werden müsste.

Warum werden Sanierungsarbeiten nicht so getaktet, dass Infrastrukturmaßnahmen wie Glasfaser mitgedacht und mitgeplant werden? Warum zieht man Maßnahmen nicht zusammen, anstatt sie gegeneinander laufen zu lassen? Das wäre nicht nur bürgerfreundlich, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll.

Wenn wir als Stadt Trier den Anspruch haben, eine Smart City zu sein, dann gehört dazu auch vorausschauendes Handeln. Digitalisierung kann günstiger, schneller und nachhaltiger umgesetzt werden – vorausgesetzt, Verwaltung, Telekommunikationsunternehmen, Stadtwerke und Politik arbeiten koordiniert und mit Weitsicht. Alles andere wirkt wie ein Schildbürgerstreich – und am Ende entstehen Kosten vor allem für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler.

 

 

Gerhard Franzen

UBT-Mitglied Digitalkommission