Rathauszeitung vom 23.9.2025 +++ Theather Theater….
Theater, Theater – der Vorhang geht auf!
So hatten das die damaligen Stadtratsmitglieder mit großer Mehrheit beschlossen, als der Grundsatzbeschluss zur Theatersanierung am 29.01.2019 gefasst wurde. Auch damals sorgten in zahlreichen vorausgegangenen Sitzungen der Dezernatsausschüsse die immensen Kosten und Belastungen für den städtischen Haushalt für kontroverse Diskussionen. Neben der eigentlichen Generalsanierung musste auch für die Übergangszeit eine Ausweichspielstätte (TuFa-Anbau) mit geplant und gebaut werden. Bereits 2019 war allen bewusst, dass es zu Kostensteigerungen kommen wird, wie bei Altbausanierungen üblich. Dies war unabhängig von der darauffolgenden Coronapandemie und dem Ausbruch des Ukraine-Krieges, die beide inflationäre Auswirkungen hatten.
Aber eines war allen damals klar: Trier ist Oberzentrum, Kulturstadt und reich an römischem Erbe. Das in den 60er Jahren gebaute Theater war extrem sanierungsbedürftig und bedarf einer Renovierung (wie leider so vieles in Trier). Es stellt einen großen Mehrwert für die Stadt dar. Spätestens seit Manfred Langner als Intendant nach der „Misere“ Sibelius das Zepter übernommen hat und für einen wahren Begeisterungssturm und „volles Haus“ gesorgt hat! Ein Theater gehört zu Trier, wie die Porta! Dies muss uns bewusst sein. Die jetzt wieder angefachte hitzige Debatte: Straßen und Brücken defekt, KiTas und Schulen sanierungsbedürftig etc. – warum brauchen wir ein Theater? darf nicht dazu führen, dass Kulturprojekte gegen andere (auch wichtige) Infrastrukturmaßnahmen ausgespielt werden.
Der jetzige Stadtrat muss nun sachlich und auf einer fachlich validen Baukostenexpertise entscheiden, was sich Trier für die Kultur leisten kann und darf, ohne dass damit andere wichtige Infrastrukturprojekte gefährdet sind. Zu hoffen bleibt, dass wir -trotz begonnener Maßnahme- auch eine Förderfähigkeit aus dem neuen Bundesprogramm „Infrastruktur“ herstellen. Auch sollte man einen Fehler nicht zweimal begehen: Streichung des Orchesterprobesaales zur Minimierung der Baukosten. Dies vermeidet erhebliche Transport und Transferzeiten des gesamten Orchesters zu Ausweichsälen.
Hoffen wir also darauf, dass nicht der „letzte Vorhang“ fällt, sondern Trier als Kulturzentrum mit einem funktionstüchtigen Theater aufwarten kann.
UBT Stadtratsfraktion