Rathaus Zeitung vom 28.07.2026 +++ Wohin mit den Hamm Figuren?
Wohin mit den „Hamm Figuren“?
Wer ist Heinrich Hamm? Heinrich Hamm wurde am 03. Mai 1889 in Goch Kreis Klewe in Nordrhein-Westfalen geboren. Er war Sohn des deutschen Bühnenbildners Johann Baptiste Hamm. Er besuchte die Kunstgewerbeschulen in Köln, Düsseldorf und Trier. Nach dem Wehrdienst folgten seine praktischen Jahre bei Georg Grassegger in Köln sowie in Düsseldorfer Ateliers. Ab 1921 war er Assistent von August van der Felde an der Kunstgewerbeschule in Trier, wo er auch von 1926 bis 1938 hauptamtlicher Dozent war. Zudem war er Mitglied der Gesellschaft Bildender Künstler und Kunstfreunde.

Heinrich Hamm
Das Trierer Stadtmuseum besitzt von ihm die Bronze „Sitzender Akt“, die in der Dauerausstellung des Museums zu sehen ist. Hamm war Jugendstil Bildhauer, seine späteren Werke sollen ihn zum „deutschen Maillo gemacht haben.

Sitzender Akt von Heinrich Hamm im städt. Museum Trier
Vor allem aber für den öffentlichen Raum in Trier schuf Hamm eine große Anzahl von Kunstwerken, darunter die „Moselplastiken“, die von der Stadt Trier 1928 in Auftrag gegeben und 1930 an der Mosel aufgestellt wurden. Sie wurden aus fränkischem weißen Muschelkalkstein gefertigt. Das ist ein weicher Stein, der sich zwar für filigrane Arbeiten gut eignet, allerdings nicht so witterungsbeständig ist. Von daher wurden die Plastiken später durch Kopien ersetzt, die aus Ettringer Tuff bestehen. Das ist ein vulkanisches Gestein, das witterungsbeständig ist. Ein Teil der Plastiken kann man heute noch im Nells Park bestaunen.

Skulptur von Heinrich Hamm, eine Replik der „Moselplastiken“ im Nells Park
Seit 1958 arbeitete Hamm als freier Künstler und entkam so der Zwangsmitgliedschaft der Nationalsozialisten. Heinrich Hamm starb nach großer Schaffensphase am 24. August 1968 im Alter von 79 Jahren. Heinrich Hamms Tochter Roswitha lebte noch bis 2010 im ehemaligen Wohnhaus und betreute dort Ihre Mutter.
Zur Zeit befasst sich der Denkmalpflegebeirat mit der Frage „Wohin mit den restaurierten „Moselplastiken?“. Der Vorschlag des Amtes Stadtgrün, sie im Kürenzer Schlosspark zu platzieren, fand im Denkmalpflegebeirat wenig Zustimmung, favorisiert man hier doch eher den ursprünglichen Standort am Moselufer. Diese Lösung lässt sich wegen Hochwasserschutzmaßnahmen an der Mauer leider nicht mehr 1:1 umsetzen. Daher sucht man nun am Moselufer, welches im Rahmen des Projektes „klimaneutraler Alleenring“ ebenfalls aufgewertet werden soll, nach geeigneten Alternativstandorten. Wir von der UBT begrüßen diesen „Kompromiss“ ausdrücklich. Eine Stadt wie Trier sollte von ihrem kulturellen Erbe erhalten, was immer möglich und finanzierbar ist, und wo es möglich ist, auch an den ursprünglichen Standorten. Deshalb gehören Heinrichs Hamms„Moselplastiken“ unserer Meinung nach ans Moselufer.

Hamm Moselplastiken
Gerhard Franzen
UBT-Denkmalpflegebeirat
Arbeitskreis Jüdisches Erbe

Hamm Moselplastiken

Hamm Moselplastiken

Hamm Moselplastiken

Hamm Moselplastiken

Hamm Moselplastiken