Rathauszeitung 03.11.2026 +++ Fernkälte für Trier
Fernkälte für Trier
Hitzeschutz vorausschauend denken! Der Hitzesommer 2026 hat erneut gezeigt, wie stark langanhaltende Hitze die Gesundheit belastet. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Pflegebedürftige sowie Menschen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Für die UBT-Stadtratsfraktion muss Hitzeschutz deshalb langfristig gedacht werden.
Mit einer Anfrage in der vergangenen Stadtratsitzung wollte die UBT klären, ob neben einzelnen Klimaanlagen auch eine zentrale Kälteversorgung für Trier infrage kommt. Städte wie München verfügen bereits über Fernkältesysteme; auch in Chemnitz wurden entsprechende Konzepte untersucht.
Die Antwort der Stadtverwaltung zeigt: Für Trier wurden bislang weder Machbarkeitsstudien zu einem Fernkältenetz durchgeführt noch die Erfahrungen anderer Städte systematisch ausgewertet. Auch der Kühlbedarf von Krankenhäusern, Senioren- und Pflegeeinrichtungen wurde nicht gezielt ermittelt. Das Potenzial der Mosel wurde bisher ausschließlich für die Wärmeversorgung untersucht.
Zwar arbeitet die Stadt an einem Hitzeaktionsplan und erwägt für bestimmte Gebiete dezentrales Kälte-Contracting. Eine zentrale Kälteversorgung ist jedoch weder konkret vorgesehen noch ist eine entsprechende Prüfung beschlossen.
Die UBT fordert, diese Möglichkeit ergebnisoffen zu untersuchen. Dazu gehören die Ermittlung des tatsächlichen Kühlbedarfs, geeigneter Energiequellen sowie der technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen. Erst dann lässt sich beurteilen, ob eine gemeinsame Kälteversorgung für mehrere Einrichtungen sinnvoll ist.

Wir brauchen einen vorausschauenden Hitzeschutz, der bauliche, organisatorische und technische Maßnahmen verbindet. Begrünung, Verschattung und individuelle Kühlung bleiben wichtig. Innovative Lösungen wie Fernkälte sollten ergänzend geprüft werden.
Unser Ziel ist der wirksame Schutz der Trierer Bevölkerung – insbesondere älterer, pflegebedürftiger und gesundheitlich besonders gefährdeter Menschen. Die notwendigen Überlegungen sollten beginnen, bevor die nächste extreme Hitzewelle die Stadt erneut vor große Herausforderungen stellt.
UBT-Stadtratsfraktion Trier